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Die Geschichte des Ingeringsees

Der Name Ingering ist bereits mehr als zweitausend Jahre alt und würde von ansässigen Leuten in vorrömischer Zeit vergeben. Forschungen leiten diesen Namen, der im Jahr 860 erstmals als "Undrima" urkundlich faßbar wird, aus einer indogermansichen Wurzel du = Wasser ab. Es handelt sich dabei um einen Bachnamen, der auf das wasserreiche Gebiet hinweist - der Ingeringsee und die wasserreichen Bäche haben zu dieser Namensgebung angeregt.

 

Die Besiedelung des Ingeringgrabens erfolgte wahrscheinlich in der Form, dass die Bauern der ersten großen Siedlungszentren im Aichfeld ihr Vieh den Sommer über auf die Almen zur Weide getrieben haben. Sie besaßen also bereits derartige Almweiden, als die Seitengräben noch gar nicht oder erst spärlich besiedelt waren.

Im Jahr 1103 hat Herzog Heinrich II. von Kärnten dem Kloster St. Lambrecht Besitztümer überlassen, die u.a. auch die Alm Seealm umfasste. Damit ist der Name "Seealm" zugleich der erste Nachweis für den Ingeringsee.

 

In weiterer Folge entstanden bäuerliche Siedlungsstrukturen, wobei die Bauern bis 1848 nur ein unterschiedlich günstiges Nutzungsrecht an den von ihnen bewirtschafteten Gehöften hatten - der Grundherr war Eigentümer von Grund und Boden! Die Revolution im März des Jahres 1848 erschütterte das gesamte soziale Gefüge mit den vielfältig geschichteten Beziehungen, Pflichten und rechnten zwischen Grundherrn und untertänigen Landbewohnern.

Werbeplakat für die Sommerfrische Wasserberg 1895

Das aufkommende Industriezeitalter drängte immer mehr Bürger - auch beeinflußt von der Romantik - aus den Städten in die Natur hinaus, Berge und Seen wurden zu Anziehungspunkten. Ferienaufenthalte auf dem Land während der warmen Jahreszeit, die sogenannte Sommerfrische, gehörte in bürgerlichen Kreisen seit den achtziger Jahren des 19. Jahrhunderts zum guten Ton. Neben dem Auftreten eines reisewiligen Bürgertums bildete vor allem der verkehrstechnische Fortschritt, und hier besonders der Eisenbahnbau, eine wichtige Voraussetzung für die Entstehung des modernen Tourismus.

Um die Anreise der Touristen zum beliebtesten Ausflugsziel, dem Ingeringsee, zu erleichtern, wurde 1878 ein Fahrweg in den Ingeringgraben gebaut. 1887 wurde eine Pferdeschleppbahn - die Ingeringer Waldbahn - zur schnelleren Beförderung der Holzstämme aus dem Ingeringgraben gebaut und in einer zweiten Ausbaustufe im Jahr 1892 bis in den sogenannten "Ochsenwald" vor dem Ingeringsee verlängert. 1909 wurde die Pferdegespanne durch eine Lokomotive mit Holzbeheizung - genannt "Almröserl" - abgelöst. Die Ingeringer Waldbahn war nur in den Sommermonaten in Betrieb und diente in erste Linie dem Holztransport, wurde aber auch regelmäßig von Personen als Transportmittel genutzt. 1938 mußte der Betrieb eingestellt werden, nachdem ein großer Teil der Bahnanlagen bei einem Hochwasser zerstört wurde.


Durch die Wirren des ersten Weltkrieges, der Weltwirtschaftskrise und dem zweiten Weltkrieg wurde jedes weitere Tourismuswachstum gestoppt bzw. stark eingeschränkt und es dauerte lange, bis wieder eine neue Basis geschaffen werden konnte.

 

Heute kommen sowohl Freunde der unberührten Natur als auch erlebnishungrige Tagestouristen auf ihre Kosten. Und damals wie heute ist der Ingeringsee ein Eldorado für all jene, die Ruhe und Erholung suchen. Unter dem Motto "Natur schnuppern - Erholung finden", können ruhige Stunden abseits des Alltagsstresses genossen werden.